Graffiti
Daniela ist eine junge, viel versprechende Malerin aus Berlin. Das ist meine gute Bekannte. Aber niemand will ihre Bilder kaufen. Der Grund? Daniela malt nicht auf Papier oder Leinwand, sondern auf Mauern... Heute will Daniela ihr neuestes Bild an ein frisch renoviertes Haus am Bahnhof sprühen. Lachend zeigt sie uns den Entwurf, das sie zu Hause auf Papier gezeichnet hat. Mit einem Rucksack voll Farbdosen geht sie los. Was sie tut, ist strafbar. Wenn Sprayer von der Polizei gefasst worden, droht ihnen eine Geldstrafe oder sogar Gefängnis- im schlimmsten Fall bis auf zwei Jahren. Deshalb arbeitet Daniela nur nachts. Sie malt manchmal Palettenregale. Palettenregale sind sehr hoch und groß, darum hat sie viel Platz zu malen. Nacht für Nacht entstehen so riesige, meist namenlose Bilder in schreienden Farben- Graffiti. Die meisten Leute finden sie schrecklich und möchten sie nicht auf ihren schönen weißen Wänden haben. Um das ist ihr gutes Recht. Andere Leute halten die Graffiti, die von Amerika nach Europa rüber gekommen sind, mit Kunst: Gebt den jungen Leuten Platz für ihre bunten Bilder und Sprüche!" meinen sie. "Sprayen ist eine faszinierende Möglichkeit, ihre Gedanken und Gefühle auszudrücken. Und Graffiti bringen Farbe und Phantasie in unsere grauen Städte".